Gedanken für den 19.06.2017

Frei im Begrenzten

Im Freien sind wir gar nicht frei, sondern bedrückt und belastet von der Sorge des Überlebens. Im begrenzten Raum sind wir geschützt und sicher, gut aufgehoben und geborgen. Eine Nacht im Freien, ein Leben ohne geschützten Raum, allein in der Wüste, das ist nicht die Freiheit, sondern die Preisgegebenheit des Lebens. Die Haut begrenzt unser Inneres, die Kleidung begrenzt unseren Leib, das Haus unser Ruhen, die Atmosphäre unser Leben. Wirklich frei sind wir nur in festen Umrissen und Räumen. Der freie Fall ist nicht frei, sondern besessen von der Angst, denn der Aufprall kommt. Nur wenn wir gehalten sind, sind wir frei. Nur in der Bindung der Liebe können wir uns frei entfalten, ohne abzustürzen und unterzugehen. Darum ist die Freiheit des Glaubens eine enge Bindung an Jesus. Nur in der kindlichen Abhängigkeit von seiner Liebe werden wir königlich unabhängig von allen anderen Mächten und Diktaten, Zwängen und Meinungen. Jesus hält mich fest, darum bin ich frei. Ich halte mich an Jesus fest, darum bin ich geborgen.

Meine Seele hängt an dir, und deine rechte Hand hält mich.
Psalm 63,9




Aus Axel Kühner: Eine Gute Minute,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1571-5

Quelle: www.miriam-stiftung.de