Gedanken für den 09.11.2017

Zankapfel

Eine alte griechische Sage erzählt von Herakles, der einst durch eine Bergenge kam. Auf dem Weg lag etwas, das wie ein Apfel aussah. Herakles versuchte, es zu zertreten, aber es verdoppelte sich. Nun trat er noch stärker darauf, und es vergrößerte sich wieder. Da schlug er mit seiner Keule darauf ein. Doch es blähte sich zu etwas ganz Großem auf und versperrte ihm den Weg. Da warf er die Keule fort und blieb erschrocken stehen. Es erschien ihm Athene und sprach: "Lass ab! Was du siehst, ist Zanksucht und Streit. Wenn man es liegen lässt, bleibt es klein. Wenn man es aber aufnimmt, so schwillt es immer mehr an."
So erleben wir es jeden Tag. Ein kleiner Zankapfel fällt auf den Weg, ein unbedachtes Wort, ein winziges Missverständnis, ein Nebensatz, der sticht. Immer wird es solche Zankäpfel geben: Ärger beim Frühstück, Meinungsverschiedenheiten bei der Arbeit. Man kann es liegen lassen, einfach darüber hinweggehen. Wenn wir es aber aufheben, wird es sich vergrößern und uns den Weg versperren.

Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und allerlei böses Ding.
Jakobus 3,16




Aus Axel Kühner: Eine Gute Minute,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1571-5

Quelle: www.miriam-stiftung.de