Gedanken für den 14.02.2018

Partner gesucht

Als wir für einen Jugendabend zum Thema Einsamkeit eine Überschrift suchten, kamen wir auf die Worte "Partner gesucht!"
Tief in jedem Menschen steckt die Sehnsucht nach Beziehung und Verbindung, nach Gespräch und Gemeinschaft, nach Vertrauen und Verstehen.
Darum ist keine Wunde so schmerzlich wie die der Einsamkeit. Als wir den Abend vorbereiteten, machten wir uns über das Wort "Partner" im Lexikon kundig und entdeckten dabei zwei Bedeutungen: Mitspieler und Teilhaber. Bei vielen Spielen braucht man einen Partner. Zum Tennis- oder Schachspiel, zum Federball oder Boxen. Für Ball-, Brett- und Kampfspiele sind Mitspieler nötig, damit es reizvoll, spannend und sinnvoll zugeht.
So ist es auch im Leben. Partner im Sinne von Mitspielern werden wir immer finden. Ob für die harmlosen oder gefährlichen, die langweiligen oder abenteuerlichen, die anständigen oder kriminellen Spiele - wir werden immer Partner finden.
Aber wie ist es mit Teilhabern? Wer nimmt einen Teil meines Lebens als seinen eigenen und gibt mir einen Teil seines Lebens als meinen? Wo findet eine solche Teilhaberschaft wirklich statt? Erwarten wir am Ende zu viel, wenn wir uns das von anderen wünschen? Wer wird sich aufrichtig und neidlos mit uns freuen? Wer wird schmerzlich und wirklich mit uns leiden? Wer sieht mit meinen Augen, fühlt mit meinem Herzen, geht in meinen Schuhen und versteht meine Gedanken? Jede gute Partnerschaft ist ein Versuch der Teilhabe. Aber darin sind wir sehr begrenzt. Denn wir können in den letzten und tiefsten Lebenssituationen nicht an die Stelle des anderen treten.
Das bleibt nur einem möglich, dem besten und wirklichen Teilhaber meines Lebens. Er ist der beste Partner und teilt alles mit mir, Geborenwerden und Leben, Lieben und Leiden, Lachen und Weinen, Sterben und das Vor-Gott-Stehen. Er nimmt mein Leben als seines und gibt mir sein Leben ganz zu eigen.
Das ist das Wunder der göttlichen Liebe in Jesus und das einzige Heilmittel gegen die Wunde der Einsamkeit.
"Partner gesucht" heißt dann nicht mehr nur, dass wir jemanden suchen, der uns versteht. Es heißt dann auch, dass Jesus uns als Partner und Teilhaber sucht. Jesus hat wirklich Sehnsucht nach uns.

Als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach: "Zachäus, steig eilend vom Baum herunter; denn ich muss heute in deinem Hause einkehren!"
Lukas 19,5




Aus Axel Kühner: Hoffen wir das Beste,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1618-5
Quelle: www.miriam-stiftung.de