Gedanken für den 13.06.2018

Bedenken des Maulwurfs

"Der du im Licht sollst wohnen, Gott, offengestanden: Im Dunkeln fühle ich mich wohler, grabe die Stollen, fresse, was mir ins Maul kommt, fürchte mich vor dem Fuchs, vor Jagdhund und Igel, zeuge die Jungen, halte das Nest innen warm, höre jedoch mit Staunen, daß jenseits des Ackers dein Plan nicht endet, höre, daß dort eine Stadt wächst mit Brücken, Autos, Häusern und Menschen, dahinter noch tausend, tausend Städte und Länder - Gott, wäre das denkbar? Sollte es wirklich so sein, daß leckere Speise, anders als Engerlinge, es gäbe, Berge, höher als Maulwurfshügel, Gott, und am Ende dich selbst? Ganz unter uns, Gott, verzeih mir, das glaube ich nicht!"
(Rudolf Otto Wiemer)

"Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott! Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut. "
(Psalm 53,2)


Aus Axel Kühner: Hoffen wir das Beste,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1618-5
Quelle: www.miriam-stiftung.de