Gedanken für den 15.03.2019

Eine alte Klosterlegende erzählt, dass jedes Mal, wenn einer der Mönche sterben würde, er am Abend vorher auf seinem Platz im Chorgestühl eine weiße Rose fand. So konnte sich der Klosterbruder noch vorbereiten, sich von allem Irdischen lösen und seinen Frieden mit Gott und seinen Mitbrüdern festmachen. Eines Abends fand ein Mönch die weiße Rose auf seinem Platz und ängstlich erschrocken legte er sie schnell auf den Sitz seines Nachbarn. Der erschrak auch, aber nahm die Rose unter sein Gewand und mit in seine Zelle.
Er starb am Tag darauf und alle seine Klosterbrüder umgaben ihn mit ihrer Liebe und tröstlichem Zuspruch. Der eine Mönch aber blieb einsam und traurig. Der Friede unter den Brüdern war zerstört. Und nie wieder zeigte sich eine weiße Rose.

Das ist gewisslich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
2.Timotheus 2,11ff




Aus Axel Kühner: Aus gutem Grund,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-5269-6
Quelle: www.miriam-stiftung.de