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Gedanken für den Tag

Gedanken für den 23.10.2017

Zweifel und Glaube

Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichkeiten durchdenken, abwägen und dann eine Entscheidung treffen. Wer richtig zweifelt, kann auch richtig glauben. In einer Indianersprache Perus heißt das Wort Zweifel: zwei Gedanken haben. Machen wir es uns manchmal zu einfach, wenn wir nicht zwei Möglichkeiten erwägen, zwei Seiten sehen, zwei Gedanken haben, um uns dann richtig entscheiden zu können?
Jesus verurteilt nicht den Zweifel, wohl aber den Unglauben. Und der entsteht meistens, wenn Menschen die zwei Gedanken nicht mehr haben, die zwei Möglichkeiten nicht mehr sehen, sondern bei ihrer ersten Sicht stehen bleiben und im Unglauben verharren.

Jesus spricht zu Thomas: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Johannes 20,29




Aus Axel Kühner: Eine Gute Minute,
© Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1571-5

Warnschild

Der schwankende Grund menschlicher Versprechungen macht Angst. Der feste Halt göttlicher Verheißungen aber macht Mut
Peter Hahne: Worauf man sich verlassen kann - Johannis ISBN 3-501-05935-3