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Gedanken für den Tag

Gedanken für den 10.07.2020

Eine wichtige Lektion

"Es war einmal ein alter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tisch saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor. Und deshalb musste sich der alte Großvater hinter den Ofen in die Ecke setzen. Und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen, und dazu noch nicht einmal satt.

Da sah er betrübt nach dem Tisch, und die Augen wurden ihm nass.

Einmal konnten seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt ihn und kaufte ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Groschen. Daraus musste er nun essen.

Wie sie nun dasaßen, so trug der kleine Enkel von vier Jahren kleine Bretter zusammen. ‚Was machst du da?' fragte der Vater. ‚Ich mache einen Trog,’ antwortete das Kind, ‚daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin!' Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen endlich an zu weinen, holten sofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete!'

(Brüder Grimm)

Gott sagt: "Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet!"

(Jesaja 46,4)

Wir beten: "Auch im Alter Gott, verlass mich nicht!"

(Psalm 71,18)



Aus Axel Kühner: Überlebensgeschichten für jeden Tag,
14. Auflage, © Aussaat-Verlag, D-Neukirchen-Vluyn.
ISBN: 3-7615-1612-6

Warnschild

Der schwankende Grund menschlicher Versprechungen macht Angst. Der feste Halt göttlicher Verheißungen aber macht Mut
Peter Hahne: Worauf man sich verlassen kann - Johannis ISBN 3-501-05935-3